13. Regionalkonferenz

10.09.2022, 09:30 – 16:30 Uhr
Anne-Frank-Schule Bargteheide, Emil-Nolde-Straße 9
Gastgeber: Partnerschaft für Demokratie der Stadt Bargteheide

Auf Einladung der neu gegründeten Partnerschaft für Demokratie der Stadt Bargteheide findet in diesem Jahr die 13. Regionalkonferenz Rechtsextremismus & Demokratiestärkung im Kreis Stormarn statt. Rund 100 Teilnehmer*innen werden am 10.09.2022 in der Zeit von 09:30 – 16:30 Uhr in der Anne-Frank-Schule Bargteheide zu Workshops, Vorträgen und Netzwerkgesprächen erwartet. Es ist der zweite Besuch in Bargteheide nach 2014. Die Themenpalette ist umfassend und reicht von „Rechtsterrorismus“ und „Antisemitismus“ über den „Zustand der demokratischen Dialog- und Debattenkultur“ bis zu „Ideologie, Methode und Gefahr von „Systemsturz-Fantasien in Bürger*innen Bewegungen von Rechts“. Ebenso ist ein Jugendworkshop zum Thema „LSBTIQ*“ geplant. Prof. Dr. Fabian Virchow, Leiter des Forschungsschwerpunktes Rechtsextremismus an der Hochschule Düsseldorf, geht in seinem Eröffnungsvortrag „Reaktionäre Straßenproteste“ der Frage nach der Einordnung dieser Protestbewegung nach: Gesellschaftliche Polarisierung oder Ruck nach rechts?

Wissensvermittlung für die Praxis • Stärkung des zivilgesellschaftlichen Engagements • regionale
Vernetzung der Akteur*innen • Förderung der gemeinsamen Verantwortung vor Ort

Vielfältige Workshopangebote auf der Regionalkonferenz Rechtsextremismus & Demokratieförderung zu aktuellen Themen  © Regionalkonferenz Rechtsextremismus & Demokratieförderung
Vielfältige Workshopangebote und Austausch auf der Regionalkonferenz Rechtsextremismus & Demokratiestärkung zu aktuellen Themen
© Regionalkonferenz Rechtsextremismus & Demokratiestärkung 

Programm der 13. Regionalkonferenz

Einführungsvortrag
Reaktionäre Straßenproteste … Gesellschaftliche Polarisierung oder Ruck nach rechts?“

In den letzten zehn Jahren hat sich die Sichtbarkeit reaktionärer Proteste deutlich erhöht: PEGIDA, Pandemieleugner*innen, aber auch Gegner*innen des Rechts auf Schwangerschaftsabbruch sowie gesellschaftlicher Gleichstellung der Geschlechter treten offensiv auf und nutzen öffentliche Räume. Gewinnen solche Positionen Unterstützung in der sogenannten ‚Mitte der Gesellschaft‘? Rückt die Gesellschaft nach rechts? Oder findet eine zunehmende Polarisierung statt? Diese Fragen erörtert Fabian Virchow in seinem VortragReaktionäre Straßenproteste … Gesellschaftliche Polarisierung oder Ruck nach rechts?“

Prof. Dr. Fabian Virchow ist Soziologe und Politikwissenschaftler und forscht seit vielen Jahren zu Geschichte, Weltanschauung und politischer Praxis der populistischen/autoritären Rechten. Seit 2010 ist er Leiter des Forschungsschwerpunktes Rechtsextremismus an der Hochschule Düsseldorf.

Workshop
Bürgerliche Wut – Gefahr aus der Mitte“

Die Proteste aus der gesellschaftlichen Mitte mit rechten Ressentiments beeinflussen die Atmosphäre. Größte Aktion auf der Straße dürfte die selbsternannte Querdenken-Bewegung kaum noch mobilisiert bekommen. Die Bewegung ist aber nur, weil sie nicht mehr stark sichtbar in der Öffentlichkeit ist, nicht weniger bedeutend im Alltag. Das Denken gegen „die da Oben“ und die Sorgen und Ängste wegen „der Politik“ ist weiter virulent. In unsicheren Zeiten, im Schatten des Krieges in der Ukraine, erscheint vieles fragwürdig. Eine Antwort ist eine „rohe Bürgerlichkeit“. Nicht bloß auf die Ambivalenzen in der „Querdenken-Bewegung“ soll im Workshop eingegangen werden, sondern auch die laufenden Debatten um „Political correctness“, „Genderwahn“ und „wehrfähige Männer“ werden anhand von Beispielen aufgegriffen.
Referenten: Andreas Speit und Torsten Nagel

Andreas Speit, Diplom-Sozialökonom und freier Journalist, ist Autor der taz nord-Kolumne „Der rechte Rand“ und verfasst regelmäßig Beiträge für die taz, Deutschlandfunk Kultur und WDR. Er veröffentlichte diverse Bücher zum Thema Rechtsextremismus und Rechtspopulismus.

Torsten Nagel, Einrichtungsleiter der Regionalen Beratungsteams gegen Rechtsextremismus des AWO Landesverbandes Schleswig-Holstein e.V.

Workshop
„Antisemitismus – immer gleich und immer anders“

Antisemitismus hat in sich den vergangenen Jahren in unserer Gesellschaft weiter verfestigen können. Dr. Olaf Kistenmacher gibt im Workshop „Antisemitismus – immer gleich und immer anders“ einen Überblick zu den vielen, oft widersprüchlichen Grundströmungen, aus denen sich Antisemitismus scheinbar unersättlich nährt. Obwohl 73 Prozent der Menschen Antisemitismus nach eigener Aussage als gesamtgesellschaftliches Problem wahrnehmen, zirkulieren antisemitische Erzählungen im Netz, empören sich Menschen über die Politik israelischer Regierungen mehr als über die Regierungspolitik anderer Staaten, werden Jüdinnen und Juden attackiert. Seit Jahrzehnten muss jüdischen Leben in Deutschland unter Polizeischutz stattfinden. Antisemitismus erkennen, benennen und aktiv entgegentreten scheint somit dringender denn je. Dazu möchte dieser Workshop einen Beitrag leisten.

Referent: Dr. Olaf Kistenmacher ist seit Jahren in der politischen Bildung gegen Antisemitismus aktiv. Er schreibt für verschiedene Tageszeitung und Wochenzeitschriften.

Workshop
Zustand der Dialog- und Debattenkultur im Gemeinwesen – Was tun gegen die Verrohung der politischen Kultur?

Seit einigen Jahren beobachten wir, dass in der politischen Auseinandersetzung der Ton schärfer wird und allgemeine Regeln des respektvollen Umgangs zum Teil massiv missachtet werden. Zudem werden Menschen, die sich in der Öffentlichkeit z.B. für eine vielfältige Gesellschaft oder Klimaschutz engagieren, Zielscheibe von Beleidigungen, Anfeindungen und sogar tätlichen Übergriffen.

Dieser Workshop soll den Rahmen bieten, sich aus den Perspektiven von Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft über diese Entwicklungen auszutauschen. Zudem soll diskutiert werden, welche Strategien gegen die Verrohung der politischen Kultur möglich sind.

Referent*innen: Saskia Conradi und Johannes Marhold
Regionales Beratungsteam gegen Rechtsextremismus Lübeck, AWO Landesverband SH e.V.

Workshop
Rechter Terror: (k)ein alltägliches Phänomen?

Die mediale Berichterstattung über Rechten Terror und auch die gesamtgesellschaftliche Aufmerksamkeit für das Thema kristallisieren sich in der Regel an „großen Ereignissen“, wie Morden und Anschlägen und ihren Jahrestagen – oder an der Tatsache ihrer Verhinderung durch Sicherheitsbehörden. Aber was kommt davor, dazwischen und danach? Die Geschichte Rechten Terrors in Deutschland weist eine jahrzehntelange Kontinuität auf – ebenso die Kämpfe vieler Betroffener und ihrer Angehörigen und Unterstützer*innen um Aufklärung, Anerkennung und würdiges Gedenken.

Der Workshop zeigt Verbindungslinien auf und bespricht zugrundeliegende Narrative. Unter anderem wollen wir uns mit den Fragestellungen beschäftigen, warum die sog. „Einzeltäter-These“ nicht haltbar ist und welche Rolle Rassismus, Antisemitismus und Antifeminismus im Kontext rechtsterroristischer Gewalttaten spielen. Neben diesen allgemeinen Fragestellungen werden zudem regionale Bezüge rechten Terrors hergestellt.

Referent*innen: Daniela Kost – Regionales Beratungsteam gegen Rechtsextremismus Itzehoe / AWO Landesverband SH e.V.
Michael Staack – RAA-Regionalzentrum für demokratische Kultur Westmecklenburg

Jugendworkshop
Bildung und Aufklärung zu geschlechtlicher und sexueller Vielfalt

Im Workshop wird zunächst in die Themengebiete geschlechtliche Identität, sexuelle
Orientierung, Rollenbilder und Diskriminierung eingeführt. Im Hauptteil des Workshops bietet die Workshopleitung im biografischen Gespräch Einblicke in das Coming-Out,
Diskriminierungserfahrungen und die Lebenswirklichkeiten von LSBTIQ*-Personen, die
Teilnehmer:innen müssen nichts aus ihrem Privatleben erzählen. Vielmehr wird hier den Teilnehmenden die Möglichkeit geboten, offen oder anonym Fragen zu stellen und eigene Vorbehalte, Vorurteile und Unsicherheiten anzusprechen sowie Mut zur
Diskussion und Zivilcourage anregen. Seid dabei, erweitert Euren Horizont und vernetzt euch!

SCHLAU ist ein Bildungs- und Antidiskriminierungsprojekt zu geschlechtlichen Identitäten und sexuellen Orientierungen. Mittels pädagogischer Methoden und evaluierter Konzepte führen die Teams niedrigschwellig und unaufgeregt in die Themengebiete ein. Dabei stehen die Lebenswirklichkeiten und Biografien, das persönliche Coming-Out,
Diskriminierungserfahrungen sowie Vorurteile und Rollenbilder der Teamenden im
Vordergrund.

Referent:innen: Teamende aus dem Lokalprojekt SCHLAU Lübeck
Institution: Jugendnetzwerk lambda::nord e.V. / SCHLAU Lübeck

„Netzwerk-Lounge mit Café

In unserer Netzwerk-Lounge mit Café haben die Teilnehmer*innen die Möglichkeit zum
Austausch, zum Kennenlernen und zu gemeinsamen Verabredungen.

Hinweise zur Veranstaltung

ANMELDUNG

Die Teilnahme an der 13. Regionalkonferenz Rechtsextremismus & Demokratiestärkung ist kostenlos. Eine Anmeldung ist obligatorisch unter info@demokratieleben-bargteheide.de oder über die Webseite unter www.regionalkonferenz.eu. Bitte geben Sie bei der Anmeldung zwei Workshoppräferenzen an, damit wir möglichst gleichmäßige Gruppengröße organisieren können. Ein Wechsel zwischen den Workshops ist programmatisch nicht vorgesehen. Ebenso brauchen wir Ihren Essenswunsch, vegetarisch, vegan oder karnivor.

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind bzw. mit solchen stören, den Zutritt zur Regionalkonferenz zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

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