12. Regionalkonferenz

In diesem Jahr coronakonform!
… vom 08. Mai bis Ende September 2021 …
… in Präsenz- und Onlineformaten mit Vorträgen, Workshops und Beteiligungsveranstaltungen …

Das Programm der diesjährigen 12. Regionalkonferenz Rechtsextremismus und Demokratiestärkung umfasst verschiedene Online- und Präsenzveranstaltungen, die im Gegensatz zu früheren Konferenzen nicht  an einem Tag, sondern im Zeitraum von Mai bis September 2021 stattfinden werden.

Wissensvermittlung für die Praxis • Stärkung des zivilgesellschaftlichen Engagements • regionale
Vernetzung der Akteur*innen • Förderung der gemeinsamen Verantwortung vor Ort

Die in diesem Rahmen stattfindenden Vorträge, Workshops und Beteiligungsformate bieten Gelegenheit, miteinander darüber ins Gespräch zu kommen, vor welchen aktuellen Herausforderungen das demokratische Zusammenleben durch Rechtsextremismus gestellt wird und welche Antworten vor Ort darauf gefunden werden können.

Vielfältige Workshopangebote auf der Regionalkonferenz Rechtsextremismus & Demokratieförderung zu aktuellen Themen  © Regionalkonferenz Rechtsextremismus & Demokratieförderung
Vielfältige Workshopangebote auf der Regionalkonferenz Rechtsextremismus & Demokratieförderung zu aktuellen Themen
© Regionalkonferenz Rechtsextremismus & Demokratieförderung 

Die Regionalkonferenz will zivilgesellschaftliches Engagement gegen Rechtsextremismus und damit verbundene Phänomene insbesondere im ländlichen Raum stärken, Akteur*innen regional vernetzen und die gemeinsame Verantwortung für eine demokratische Kultur vor Ort fördern.

Den Auftakt der 12. Regionalkonferenz bildet der Online-Vortrag der Politikwissenschaftlerin und Publizistin Katharina Nocun zum Thema „Fake Facts“ am 08.05.2021, 10:00 Uhr, der sich damit auseinandersetzen wird, warum gerade in diesen Zeiten viele Menschen anfällig für Verschwörungsnarrative sind. An den Vortrag anschließen wird sich ein Austauschformat zum Thema für die Teilnehmer*innen der Konferenz (Veranstaltungsende ist 13:30 Uhr).

Den Fragen, wie wehrhaft Demokratie vor Ort ist und welche Handlungsmöglichkeiten die öffentliche Verwaltung hat, geht der Rechtsanwalt und Professor für Allgemeines Verwaltungsrecht Torsten Barthel gemeinsam mit Mitgliedern von Bündnissen gegen Rechts in dem Workshop „Wenn Rechtsextreme die Wiese pachten“ nach. Die Online-Veranstaltung findet am 07.06.2021, 17:00 – 20:00 Uhr statt.

Der Online-Workshop „Von Reichsflaggen und Friedenstauben“ am 10.06.2021, 17:00 – 20:00 Uhr wird angeboten von Lyn Blees und Johannes Marhold (Regionale Beratungsteams gegen Rechtsextremismus Schleswig-Holstein, AWO LV SH) und nimmt die gegenwärtigen „Corona-Proteste“ in den Fokus. Angesichts des heterogenen Protest-Milieus sollen in der Veranstaltung die verschiedenen ideologischen Anknüpfungspunkte zum Rechtsextremismus aufgezeigt und diskutiert werden.

Unter dem Motto „Ich gestalte meine Heimat mit“ findet im Zeitraum 05.07. – 09.07.2021 ein Jugend-Beteiligungscamp in Schönberg statt, das im Rahmen des Vernetzungstreffens von Jugendforen aus Nordwestmecklenburg, Wismar und Herzogtum Lauenburg angeboten wird.

Die Referent*innen Claudine Nierth (Mehr Demokratie e.V.) und Annegret Kühn (Bürger:innenRat für Zukunftsfragen (BfZ) zum Thema Arbeit) setzen sich in einer weiteren Präsenz-Veranstaltung mit dem Thema „Methode oder Wirksamkeit von Bürgerräten“ oder „Wer spaltet wird einsam“ auseinander. Die Veranstaltung findet im Fürstengarten der Stadt Lauenburg am 04.09.2021, 10:00 – 17:00 Uhr statt.

Der Online-Workshop „Gesellschaft dekolonialisieren? – Postkoloniale Perspektiven am Beispiel von anti-asiatischem Rassismus“ findet in Kooperation des Kultur- und Politikwissenschaftlers Dr. Kien Nghi Ha und der Initiative „Kiel Postkolonial statt (09.09.2021, 17:00 – 20:30 Uhr).

Abschluss der diesjährigen Regionalkonferenz bildet die Präsenzveranstaltung „Rechtsextremismus in Schulen“, welche als Informations-, Beratungs-, und Ideenbörse für Schulalltag und Unterricht am 29.09.2021, 10:00 – 16:00 Uhr in der Palmberghalle in Schönberg stattfinden wird. Zu den Referent*innen dieses Tages gehören Kurt Edler (Deutsche Gesellschaft für Demokratiepädagogik), das Team der Mobilen Aufklärungseinheit Extremismus in Mecklenburg-Vorpommern (MAEX) sowie das Team der Ausstiegs- und Distanzierungsberatung JUMP.

Die Regionalkonferenz Rechtsextremismus findet in diesem Jahr in Kooperation mit der Stadt Schönberg und den Partnerschaften für Demokratie Nordwestmecklenburg und Wismar statt und wird organisiert vom Verein Miteinander leben e.V., dem Ratzeburger Bündnis, dem Regionalen Beratungsteam gegen Rechtsextremismus Lübeck des AWO Landesverbandes Schleswig-Holstein, dem RAA-Regionalzentrum für demokratische Kultur Westmecklenburg, der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen, der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Lauenburg und dem Fachdienst Familie und Schule, Kinder- und Jugendschutz des Kreises Stormarn.

Anmeldungen zur Teilnahme sind obligatorisch. Die genannten Ausschlusskriterien der Veranstalter*innen sind gültig.

Workshop-Angebote

08.05.2021, 10:00 – 13:30 Uhr
(Auftaktveranstaltung online)

„Fake Facts – Warum glauben so viele Menschen an Verschwörungsmythen?“
Referentin: Katharina Nocun

Warum glauben so viele Menschen an Verschwörungsmythen? Welche Faktoren spielen dabei auf psychologischer Ebene eine Rolle? Und wie diskutieren wir mit Menschen, die glauben, eine verborgene «Wahrheit» entdeckt zu haben? Die Politikwissenschaftlerin Katharina Nocun ist gemeinsam mit der Sozialpsychologin Pia Lamberty genau diesen Fragen auf den Grund gegangen. In ihrem Buch «Fake Facts» beleuchten sie das verschwörungsideologische Milieu – von Rechtsextremismus bis hin zur Esoterik. Und sie finden dabei Antworten auf die Frage, warum Verschwörungsnarrative gerade in Zeiten der gegenwärtigen Krise derart anziehend auf Menschen wirken.

Anmeldung unter: luebeck@rbt-sh.de

07.06.2021 17:00 – 20:00 Uhr (online)

„Wenn Rechtsextreme die Wiese pachten“
Handlungsmöglichkeiten der Verwaltung und rechtliche Grundlagen zum Umgang mit Anträgen & Co.

Referent*innen: Prof. Dr. Torsten Barthel (Rechtsanwalt und Professor für Allgemeines Verwaltungsrecht) und Mitglieder von Bündnissen gegen Rechts

Herausgefordert wird die Demokratie kontinuierlich, immer wieder auch von rechter Seite. In unserem Workshop wollen wir der Frage nachgehen, welche rechtlichen Möglichkeiten sowohl Verwaltung als auch Zivilgesellschaft haben um demokratische Grundwerte hochzuhalten und zu verteidigen. In einem kurzen Einführungsbeitrag stellt Prof. Dr. Torsten Barthel aus juristischer Perspektive Handlungsmöglichkeiten vor, wenn beispielsweise gezielt auf Systemüberlastung gemünzte Antragswellen Verwaltungen überfordern, im Dorf eine systematische rechte Besiedlung beobachtet wird oder Reichsbürger*innen autonome Hoheitsstrukturen schaffen wollen. In der Folge sollen anhand eines praxisbezogenen Fragenkatalogs Erfahrungen besprochen werden um die Expertise Prof. Dr. Torsten Barthels für aktuelle Herausforderungen zu Rate zu ziehen. Eingeladen sind ebenso Vertreter*innen zivilgesellschaftlichen Engagements gegen rechte Unterwanderung auf dem Land, die von ihren Erfahrungen berichten und mit uns diskutieren. Der Workshop richtet sich an Interessierte aus Verwaltung und Zivilgesellschaft, mit konkreten Fragen oder auch genereller Neugier. Senden Sie uns Ihre Fragen gerne schon vorab zu oder bringen Sie diese zum Workshop mit.

Anmeldung unter: https://www.raa-mv.de/de/content/anmeldung-zum-workshop-wenn-rechtsextreme-die-wiese-pachten

10.6.2021, 17:00 – 20:00 Uhr (online)

„Von Reichsflaggen und Friedenstauben“
Die Corona-Proteste als Herausforderung für die demokratische Zivilgesellschaft

Referent*innen: Lyn Blees und Johannes Marhold (Regionale Beratungsteams gegen Rechtsextremismus Schleswig-Holstein, AWO LV SH)

Als Reaktion auf die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie finden seit März 2020 Proteste statt, bei denen Menschen aus unterschiedlichsten Milieus zusammen auf die Straße gehen, darunter: Impfgegner*innen, Esoterik-Fans, Reichsideolog*innen und Neonazis. Um diese vermeintliche „Querfront“ ganz unterschiedlicher Akteur*innen in den Blick zu nehmen, wollen wir im Rahmen des Workshops der Frage nachgehen, wie sich erklären lässt, dass „Alternative“ mit Rechtsextremen demonstrieren, welche ideologischen Schnittmengen sich aufzeigen lassen und inwiefern es sich bei den gegenwärtigen Protestformen überhaupt um neue Allianzen handelt. Die Veranstaltung hat zum Ziel, die konkreten menschenfeindlichen Positionen in den vertretenen Milieus herauszustellen, um Akteur*innen der demokratischen Zivilgesellschaft im kritischen Umgang mit den Corona-Protesten zu unterstützen.

Anmeldung unter: luebeck@rbt-sh.de

05.07. – 09.07.2021, ganztägig
aturbad von Schönberg, Mecklenburg

Jugend-Beteiligungscamp
„Ich gestalte meine Heimat mit“
Vernetzungstreffen von Jugendforen aus Nordwestmecklenburg, Wismar und dem Herzogtum Lauenburg

Im Rahmen des Beteiligungscamps findet ein Vernetzungstreffen der einzelnen Jugendforen von Nordwestmecklenburg statt. Jugendliche aus dem Jugendrat Nordwestmecklenburg und Kinder und Jugendliche des Kinder- und Jugendparlamentes Wismar nehmen am Beteiligungscamp teil.

Ziel ist, interessierte Kinder und Jugendliche für eine aktive Beteiligung in den vorhandenen Jugendgremien (JuRa NWM / KiJuPa HWI) zu gewinnen, bzw. in Ihrer Heimatgemeinde für die Errichtung eines Jugendbeirats zu begeistern. Angesprochen werden Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren aus dem Landkreis Nordwestmecklenburg, die sich vorstellen können, aktiv an der Gestaltung ihres Umfeldes in einem Jugendrat mitzuwirken. Bis zu 50 Kinder und Jugendliche aus Nordwestmecklenburg können am Camp teilnehmen.

Im Rahmen des Camps werden die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen niederschwellig die Strukturen und Werte der Demokratie kennenlernen. Die Teilnehmer*innen werden in vier Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe wird von mindestens einem Teamer begleitet. Von Beginn an werden alle Teilnehmer*innen in alle demokratischen Prozesse eingebunden. Somit erfahren sie reale Beteiligung.

Am ersten Tag werden die Teilnehmer*innen das Camp am Vormittag beziehen. Wer kein Zelt zur Verfügung hat, wird durch die Jugendringe unterstützt. Hier können Zelte und Matratzen ausgeliehen werden. So soll allen Kindern und Jugendlichen eine Teilnahme ermöglicht werden. Anschließend werden die Kinder- und Jugendlichen gemeinschaftlich die Ausgestaltung des 5-tägigen Camps planen. Sie geben sich eigenständig einen Gruppennamen und eine Camp- und Gruppenordnung. Unterstützt werden sie dabei durch Jugend- und Schulsozialarbeiter*innen, Jugendgruppenleiter*innen und Mitarbeiter*innen der Jugendringe, die im Vorfeld ein grobes Rahmenprogramm entwickelt haben.

Dieses beinhaltet u. a.
• Planspiele
• Tagestouren
• Quizduell
• Actionbound
• Jugendtalk
• Grill-Duell mit lokalen Politiker*innen
• Informationsvortäge
• Spiele zur Förderung der Gemeinschaft, zur Stärkung der gegenseitigen Akzeptanz und Rücksichtnahme
• sportliche Aktivitäten (Fußball, Volleyball, Badminton, Zumba, Schwimmen)
• gemeinsames Zubereiten der Mahlzeiten.

Beim Actionbound führen die Kinder und Jugendlichen mit den Bewohner*innen und Gästen der Stadt Interviews zu aktuellen Themen. Diese Themen legen sie selbst fest. Sie kommen während des „Grillduells“ mit Politiker*innen aus Kreis- und Kommunalpolitik ins Gespräch und teilen ihre Erfahrungen als Jugendexperten mit. Zum „Grillduell“ werden zum Beispiel Landtags- und Kreistagsmitglieder*innen, Bürgermeister*innen und Gemeindevertreter*innen aus den Herkunftsgemeinden der Camp-Teilnehmer*innen eingeladen. Abgerundet werden die Aktivitäten im Camp durch Spiel, Spaß und ganz viel Freude. Niemand kann sich ausschließen oder ausgeschlossen werden. Denn nur gemeinsam kommen sie ans Ziel. Hier kommt es auf gemeinsame Rücksichtnahme und Akzeptanz an. Ebenso wird der Umgang mit den eigenen Grenzen und die Auseinandersetzung mit den Grenzen der anderen gefördert. So wird den Teilnehmer*innen deutlich, wie unterschiedlich jeder einzelne ist und dass es trotz der Unterschiedlichkeit einen gemeinsamen Weg zum Ziel gibt.

Während der Dauer des Camps werden täglich Jugendgruppen aus den Partnerschaften für Demokratie in „Ratzeburg – Amt Lauenburgische See“, „Kreis Herzogtum Lauenburg“ und „Lauenburg-Büchen-Lütau“, „Wismar“ und „Rostock Land“ das Camp besuchen und in den direkten Austausch mit den jugendlichen Teilnehmer*innen kommen. Verpflegt werden alle durch die eigene Camp-Küche. Jede Gruppe übernimmt an einem Camp-Tag die Essensvorbereitungen. Zwei Köchinnen sind mit der Zubereitung der Verpflegung beauftragt. Sie binden die Kinder und Jugendlichen in den Koch-Prozess mit ein. Während des Camps werden die Teilnehmer*innen über die Möglichkeiten der Förderung aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“ und dem dazugehörigen Jugendfonds informiert:

Was ist die Aufgabe des Jugendforums / Jugendrat / KiJuPa?
• Wofür ist der Jugendfond?
• Wie wird der Jugendfond eingesetzt?

Für die Durchführung der Workshops und als gemeinsamer Aufenthaltsort wird ein kleines Zirkuszelt errichtet.

Anmeldung unter: http://jura-nwm.de/das-camp/

04.09.2021, 10 – 17 Uhr
Lauenburg, Fürstengarten

„Methode oder Wirksamkeit von Bürgerräten“ oder „Wer spaltet wird einsam“
(Themen-Workshop)

Referent*innen:  Claudine Nierth (Mehr Demokratie e.V.), Annegret Kühne (Bürger:InnenRat für Zukunftsfragen (BfZ) zum Thema Arbeit)

Egal ob Freund oder Feind, Rechts oder Links, Oben oder Unten – mit Spaltungen jeglicher Art kommen wir nicht weiter. Sie ziehen nur Gräben und treiben die Menschen auseinander. Stattdessen wollen wir uns zusammensetzen, einander verstehen und gemeinsam überlegen, was das Beste für alle ist. Wir brauchen Brücken, die die Gräben überwinden und einen Ort, wo wir einander in Augen schauen, egal was der andere denkt. Im Zentrum steht die Würde des Menschen, die können wir achten, auch wenn wir vielleicht die Meinung des anderen verachten. Ein ausgeloster Bürgerrat, in dem sich zufällig gewählte Menschen treffen, um gemeinsam Lösungen für alle zu finden – ja, das ist neu!

Claudine Nierth ist Bundesvorstandssprecherin von „Mehr Demokratie“, einer Organisation, die sich für mehr Einflussnahme der Bürger auf die Politik einsetzt. Claudine Nierth hat selbst vier erfolgreiche Volksbegehren initiiert und mit „Mehr Demokratie“ die beiden ersten, deutschlandweit gelosten Bürgerräte organisiert.

Annegret Kühne arbeitet seit 1994 als freischaffende Designerin für Visuelle Kommunikation
und seit 2004 als Lehrbeauftragte für Kommunikation und Design, Kommunikationstrainerin und Coach. Sie arbeitet mit dem „Bürger:InnenRat für Zukunftsfragen“ mit Bürger*innen aus der Metropolregion Hamburg zum Thema Arbeit

Anmeldung unter: friederike.betge@lauenburg-elbe.de

09.09.2021, 17:00 – 20:30 Uhr (online)

„Gesellschaft dekolonialisieren?“
Postkoloniale Perspektiven am Beispiel von anti-asiatischem Rassismus

Referent*innen: Dr. Kien Nghi Ha (Kultur- und Politikwissenschaftler) und Mitglieder der Initiative „Kiel Postkolonial“

Deutschlands koloniale Geschichte ist unterschiedlich mit Asien, vor allem mit China verbunden, und hat spezifische Ausprägungen, die bis in die Gegenwart hineinreichen wie etwa der aktuelle Rassismus mit anti-chinesischem Coronabezug verdeutlicht.

Dr. Kien Nghi Ha wird zunächst einen historischen Blick auf China als reichen und ehrerbietigen Sehnsuchtsort des zivilisatorischen Fortschritts darlegen, als das es in der europäischen Wahrnehmung lange Zeit galt. Diese Narration verschob sich im aufkommenden modernen Rassismus des Westens im langen 19. Jahrhundert immer stärker zugunsten eines Bildes, das Ideologeme der eigenen „rassischen“ und kulturellen Überlegenheit mit imperialistischen Machtinteressen und vielfältigen Diskursen wie Praktiken der Abwertung, Pathologisierung und Unterdrückung des asiatischen Anderen verband. So ist die Konstruktion der „Gelben Gefahr“ eine wirkungs- und geschichtsmächtige Erfindung, die das Siegel „Made in Germany“ trägt. Solche Diskurse unterfüttern bis heute unser Chinabild und prägen gemeinsam mit anderen populärkulturellen Klischeevorstellungen gängige Muster, die Asiatische Deutsche und migrantische Menschen mit Asienbezug nicht nur kulturell othern, sondern auch als ewig Andere „rassisch“ ausgrenzen.

Anschließend an die Betrachtungen dieser Kontinuitäten wird die Initiative „Kiel Postkolonial“ diese postkoloniale Perspektive an ein paar anschaulichen Beispielen verdeutlichen und zeigen, wie sich Kolonialismus auch heute im Kieler Stadtbild manifestiert. Je nach Interessenlage der Teilnehmenden berichten sie über ihre aktuellen Schwerpunkte, ihre Arbeitsweise und Ziele und kommen sehr gerne über weitere Anknüpfungspunkte postkolonialen Engagements ins Gespräch.

Anmeldung unter: luebeck@rbt-sh.de

29.09.2021, 10:00 – 16:00 Uhr
Palmberghalle Schönberg

Aktionstag „Rechtsextremismus in Schulen“
Information – Beratung – Ideenbörse … für Schulalltag und Unterricht

Referent*innen: Kurt Edler (Deutsche Gesellschaft für Demokratiepädagogik), das Team der Mobilen Aufklärungseinheit Extremismus (MAEX), das Team der Ausstiegsberatung JUMP

Rechtsextreme Narrative und Einstellungen finden ihren Weg ohne Weiteres auch in die Schule. Sogar zwangsläufig. Schließlich ist in den Schulen die Gesellschaft als Ganzes abgebildet. Es sind öffentlich-rechtliche und offene Lernorte mit einem gesetzlichen Bildungsauftrag und einer Schulpflicht, die Kinder und Jugendlichen in bestimmten Altersstufen erfasst. Alle müssen in die Schule, alle sollen in die Schule und somit kommen auch alle politischen und gesellschaftlichen Einstellungen in die Schule. Selten nur ideologisch, wenn beispielsweise Eltern in extremer Weise einer politischen Haltung verhaftet sind oder Schüler den Weg in extremistische Freizeitkreise gefunden haben. Eher geschieht dies schon in unreflektierter, verbaler Art, auf dem Schulhof, oftmals vorurteilsbasiert, bewusst verletzend in Form eines Mobbings oder auch nur dahingesagt als vermeintlich „witzig“ gemeinter Spruch. Es ist in erster Linie nicht entscheidend, wie und aus welchen Gründen sich Rechtsextremismus in der Schule zeigt. Es ist entscheidend, wie die Schule darauf reagiert, wie ihre Lehrkräfte und die Schulleitung dies zum Thema machen, um zu verhindern, dass Schule ein Ort wird, an dem Rechtsextremismus gedeihen kann. Was kann da helfen? Zuvorderst Informationen, die ein Bewusstsein schaffen … über Rechtsextremismus an sich, über Rechtsextremismus vor Ort, über Wege des Umgangs, Wege des Ansprechens, über Hilfsangebote, diese zu finden. Aber mindestens genauso hilfreich ist die Selbstreflexion in der Schule … die Frage nach „Grundrechtsklarheit“ bei allen Lehrkräften und der Schulleitung, die der Ausgestaltung des Schullebens, des Unterrichts, beim Miteinander von Schüler*innen, Lehrkräften und Eltern.

In diesem Sinne möchte der Workshop „Rechtsextremismus in Schulen“ Lehrkräfte, Schulleitungen, Elternvertreter, aber auch Schülervertreter*innen und Kommunalpolitik einladen …

… sich aktuelle Informationen über Rechtsextremismus zu holen, von Experten, die sich täglich damit mit befassen müssen, wie die Beamten der Mobilen Aufklärungseinheit Extremismus (MAEX), das Team Ausstiegsberatung JUMP oder die Gemeinwesenberater*innen des RAA Regionalzentrum für demokratische Kultur Westmecklenburg

… gemeinsam mit Kurt Edler, ehemaliger Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik über „Grundrechtsklarheit“ in allen Aspekten von Schule und Pädagogik zu diskutieren…

… und dabei Projektangebote kennenzulernen, die helfen können, Rechtsextremismus altersgerecht zu thematisieren.

Anmeldung unter: miteinander.leben@t-online.de oder schneider@bqg-personalentwicklung.de

Anfahrt >>

Hinweis des Veranstalters

Die Teilnahme an der Regionalkonferenz ist nur auf Einladung möglich. Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht (auch online) Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen. Ist ein solcher Ausschluss bereits in der Einladung erfolgt, kann die Veranstaltungsleitung die ausgeschlossenen Personen daran hindern, an der Veranstaltung teilzunehmen. Wollen sie den Veranstaltungsort dennoch betreten, kann die Veranstaltungsleitung mit Hilfe der Polizei die unerwünschten Personen vom Veranstaltungsort entfernen lassen. ….